Die Gemeinde
Kurzinfo
Panorama Wellingholzhausen
Wellingholzhausen, heute ein Stadteil der Stadt Melle besteht aus neun einzelnen Bauerschaften, die früher die Samtgemeinde Wellingholzausen bildeten. Es sind im Einzelnen: Handarpe, Himmern, Kerßenbrock, Nüven, Oberschlochtern, Peingdorf, Uhlenberg, Vessendorf und die Dörferbauerschaft Wellingholzhausen. 
Wellingholzhausen hat eine Gesamtfläche von 4112ha, mit ca. 4900 Einwohnern.
Politische Zugehörigkeit: Stadt Melle - Landkreis Osnabrück - Land Niedersachsen - Bundesrepublik Deutschland

Postleitzahl: 49326

Telefon-Vorwahl: 05429

 

Ortswappen Wellingholzhausen
Das Ortswappen der Gemeinde Wellingholzhausen zeigt auf rotem Schild einen silbernen Schrägrechtsbach, der von zwei silbernen schrägrechts gestellten Eicheln begleitet wird. Der Bach steht für die vielen Quellen und Bachläufe (u.A. die Hasequelle, der wichtigste Flußlauf des Osnabrücker Landes) in Wellingholzhausen. Die beiden Eicheln symbolisieren den Wald (Teutoburger Wald) des Gemeindegebietes. Gleichzeitig besagen die Eicheln, daß die Eiche "der Baum Niedersachsens und Westfalens" ist.

 

Die ehemalige Samtgemeinde Wellingholzhausen, heute ein Stadtteil der Stadt Melle, liegt am Nordhang des Teutoburger Waldes. Im Gradnetz 8°12´ - 8°20´ östlicher Länge und 52°08´ - 52°13´ nördlicher Breite. Wellingholzhausen liegt zentral jeweils ca. 25km entfernt zwischen den beiden Universitätsstädten Osnabrück und Bielefeld. Der Flughafen Münster/Osnabrück ist ca. 50km entfernt.
Durch den Stadtteil Wellingholzhausen führen die Landesstraßen L94, L95 und L108, sowie die Kreisstraßen K213, K216, K224 und K225.
Autobahnanschlüsse: A30 (E30): Melle-West, Wellingholzhausen (23); A33: Dissen/Bad Rothenfelde, Wellingholzhausen (13)
Bahnanschlüsse: Bahnhof Melle: Strecke Osnabrück - Hannover; Bahnhof Dissen: Strecke Bielefeld - Osnabrück
Busverbindungen: Buslinie 309 des "Meller Stern" in der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück-Ost (VOS)
Flughafen: International Aiport Münster/Osnabrück

 

Geschichtliches

"Van Holthuson Ekkiko thritlich muddi havoron, Tiziko an themo selvon tharpa et linem lakan, that si fiftein penningo werth."
Diese in altniederdeutscher Sprache niedergeschriebenen Angaben über die Einkünfte des Klosters Freckenhorst findet man in der sogenannten "Freckenhorster Heberolle" aus dem Jahre 1050. In heutigem Wortlaut besagen sie, dass "Ekkiko aus Holzhausen 30 Scheffel Hafer und Tiziko aus demselben Dorfe ein leinenes Laken, das 15 Pfennige wert sein soll", dem Kloster zu liefern haben. Demnach wäre der Ort Wellingholzhausen 40 Jahre vor der bisher angenommenen Erwähnung in der Schenkungsurkunde des Stiftvogtes Eberhard aus dem Jahre 1090 dokumentiert. Doch gilt die Identität des 1050 erwähnten "Holthuson" im Gegensatz zu dem "Holthusun" des Jahres 1090 mit unserer 1160 erstmalig "Wellincholthusen" genannten Gemeinde noch nicht als voll gesichert.

Auszug der Schenkungsurkunde von 1090:
"17. Juli 1090: Item preter ecclesiam dedit Holthusun cum omnibus ad ipsam iure attinentibus et eo pacto, ut pro anima et remedio peccatorum suorum monachis sancti Clementis ad supplementum praebendae in perpetuam possessionem daretur, etiam si ipso Everhardo superstite ab aliquo episcopo superventuro precaria ipsainfringeretur."
Die Brüder Eberhard, der Edelvogt der Osnabrücker Kirche, und Liudolf tragen der Osnabrücker Kirche Güter in Icker, Borgwedde, Felsen, Venne, Schwagstorf, Darum, Borgloh und Astrup zu Lehn auf und schenken dem Kloster Iburg die Kirche zu (Welling-) Holzhausen, sie erhalten dafür je 5 Pfund Zehntgelder lebenslänglich an Lehn, ohne dafür zum Dienste verpflichtet zu sein. Eberhard soll jedoch 2 Denare (Wachszins) dem Altare des heiligen Petrus geben. Gleichzeitig wird ein Abkommen über die in der Familie erbliche Vogtei getroffen.

 
Erste Menschen lebten in dem Gemeindegebiet von Wellingholzhausen schon weit vor Christi Geburt. Davon zeugen archäologische Funde. So wurden z.B. in der Nähe des Osterbaches, in der heutigen Osterfeldsiedlung, eine Geröllkeule (8.- bis 4.-Jahrtausend vor Christi), oder in Handarpe eine Axt aus dem 4.-Jahrtausend v. Chr. gefunden. Weitere Zeugen aus der Jungsteinzeit (4000 - 1700 v. Chr.) sind Hügelgräber, die man im Wellingholzhausener Gemeindegebiet findet. Urnen aus der Bronzezeit (1000 v. Chr.) hat man ebenfalls in Wellingholzhausen und den umliegenden Bauernschaften gefunden.
Zu einer ersten nachweisbaren dauerhaften Besiedlung kam es in der Zeit von 700 vor bis 500 nach Christi Geburt.
  • ab 700: Besiedlung durch die Sachsen an den Haseniederungen
  • ab 800: Zur Frankenzeit Ansiedlung eines Meyerhofes am Osterbach
  • um 1000: Vermutlicher Bau einer Kirche auf dem Gelände des Meyerhofes
  • 1090: Die Eigenkirche vom Grundherren des Meyerhofes zu Holthusen geht in den Besitz des Klosters Iburg über
  • 1160: Der volle Name "Wellingholzhausen" wird erstmals erwähnt
  • 13. Jahrhundert: Bau einer neuen Kirche am heutigen Standpunkt
  • 14. Jahrhundert: Ausweitung des Dorfes außerhalb der Kirchenburg
  • 1588: Aufbau der durch ein Feuer zerstörten Kirche
  • 1856 - 1861: Neubau der heutigen Kirche
  • Anfang des 20. Jahrhundert: Weitere räumliche Ausdehnung des Dorfes
  • nach 1945: Entstehung weiterer Siedlungen rund um den alten Ortskern, sowie eines Gewerbegebietes
  • 1970: Gründung der Einheitsgemeinde Wellingholzhausen
  • 1972: Der Versuch, eine Samtgemeinde mit den Orten Borgloh (heute Gemeinde Hilter a.T.W.) und Gesmold (heute Stadt Melle) zu bilden scheitert - Wellingholzhausen und seine Bauerschaften werden ein Stadtteil der Stadt Melle
  • 1990: Wellingholzhausen feiert sein 900-jähriges Bestehen. Alleine der große historische Festumzug zog ca. 20.000 Gäste an.

Wellingholzhausen-Infos auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Wellingholzhausen

 

Ortsrat
Der Ortsrat Wellingholzhausens besteht aus 15 Sitzen und setzt sich wie folgt zusammen (Stand Kommunalwahl 2011):
Ortsbürgermeister (wurde durch den neuen Ortsrat gewählt): Bernd Gieshoidt (CDU)
CDU 10 Sitze
SPD 4 Sitze
Güne 1 Sitz

Die Kommunalwahl 2011 ergab folgendes Ergebnis:
Wahlbeteiligung: 64,98%
Stimmberechtigte: 3715
Wähler: 2414
Gültige Stimmen : 7031
Ungültige Stimmen: 26
Stimmenverteilung (Zahlen in Klammern Ergebnis von 2006):
CDU - 4518 Stimmen (5448) - 64,26% (78,37%)
SPD - 2055 Stimmen (1244) - 29,23% (17,89%)
Güne - 458 Stimmen (260) - 6,51% (3,74%)